Schnell mal eben eine Erklärung einwerfen oder eine Frage klären – und das Auto steht so lange direkt auf dem Vorplatz. Vor dem Finanzamt Lüneburg war das Alltag. Der gepflasterte Platz vor dem Gebäude ist Fußgängerbereich, die Verbotsschilder waren gut sichtbar. Ignoriert wurden sie trotzdem, denn kostenlos und direkt vor der Tür parken ist eine große Versuchung. Im Finanzamt war man sich schnell einig: Eine Beschilderung allein reicht nicht.

Die Poller stehen an der Kante zwischen Gehweg und Vorplatz, eingefasst in Granitpflaster. Dahinter liegt der Fußgängerbereich mit den Skulpturen vor dem Eingang.
Falschparker sind nicht nur lästig
Ein Auto auf dem Vorplatz ist mehr als ein Verstöß gegen ein Schild. Wer zwischen Passanten rangiert und rückwärts wieder hinausfährt, gefährdet die Menschen, die zu Fuß ins Amt wollen – darunter ältere Besucher, Eltern mit Kinderwagen und Menschen im Rollstuhl. Gleichzeitig muss der Platz bei Bedarf befahrbar sein: für Feuerwehr und Rettungsdienst, aber auch für Fahrdienste, die Menschen mit Behinderung bis vor die Tür bringen.
Vier Sicherheitspoller, zentral gesteuert
Das Finanzamt entschied sich für vier versenkbare Sicherheitspoller aus V4A-Edelstahl (1.4571) von Braun Antriebe, verteilt auf die Stellen, an denen ein Fahrzeug auf den Platz gelangen konnte. Abgesenkt liegen nur die Edelstahldeckel bündig im Pflaster, ausgefahren kommt kein Auto mehr vorbei. Fußgänger und Radfahrer passieren die Poller jederzeit.
Die Besonderheit dieser Anlage: Sie wird aus der Leitstelle heraus gesteuert und überwacht. Von dort lassen sich alle Poller gleichzeitig oder einzeln heben und senken. Kommt die Feuerwehr, ein Rettungswagen oder ein Fahrdienst, ist die Zufahrt mit einem Knopfdruck frei – ohne dass jemand nach draußen laufen muss.
Gesichert gegen Absenken und Sabotage
Die Poller sind mit unserer selbst entwickelten Hubeinheit ausgestattet: Ausgefahren rastet jeder Poller oben mechanisch über einen Verriegelungsbolzen ein. Er lässt sich danach weder herunterdrücken noch durch das Durchtrennen der Druckluftleitung absenken – dann entweicht nur die Luft, der Bolzen hält. Unbeabsichtigtes Absenken und Manipulation sind damit ausgeschlossen. Auf Wunsch bleiben die Poller auch bei Stromausfall oben.
Druckluft statt Elektronik im Boden
Unsere Poller arbeiten pneumatisch. Im Poller steckt nur ein Zylinder aus Edelstahl; Kompressor, Ventile und Steuerung stehen trocken im Gebäude. Im Boden liegt weder Motor noch Platine, die Regen, Streusalz oder Frost abbekommen könnten. Die Poller sind nach IP69 dicht, die Dichtungen bis −35 °C ausgelegt, eine Heizung oder Drainage braucht die Anlage nicht. Sie ist sehr wartungsarm – ein wichtiger Punkt für eine öffentliche Einrichtung, deren Haustechnik nicht ständig Servicetermine organisieren will. Gefertigt werden die Poller bei uns in Seevetal, nur wenige Kilometer von Lüneburg entfernt.
Das Ergebnis
Der Vorplatz ist wieder das, wofür er gedacht ist: ein sicherer Weg zum Eingang. Die Poller fügen sich mit ihrem gebürsteten Edelstahl und dem roten Reflektorring unauffällig in die Gestaltung des Platzes ein, sind einfach zu bedienen und geben Rettungskräften jederzeit den Weg frei.
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