Wir haben unseren Sicherheitspoller unter realen Bedingungen auf die Probe gestellt: ein 12-Tonnen-Lkw, beschleunigt auf 80 km/h, frontal auf einen einzelnen, tief im Fundament verankerten Poller. Kein Rechenmodell, keine Simulation – ein echter Lkw auf einer echten Anfahrbahn. Geprüft und vermessen wurde der Test am 9. Juni 2020 beim unabhängigen Prüfinstitut CTS Crashtest-Service.

Kurz vor dem Test: der 12-Tonner in Position, davor der einzelne Poller mit Messmarke und Nivellierlatte. Der Lkw wird von hier aus auf 80 km/h beschleunigt und trifft den Poller mittig.
Die Anprallenergie: rund 3 Megajoule
Die Bewegungsenergie eines Fahrzeugs wächst mit dem Quadrat der Geschwindigkeit. 12.000 kg bei 22,2 m/s (80 km/h) ergeben rund 3 Megajoule, genauer etwa 2.960 kJ. Zur Einordnung: Das entspricht dem gesamten 12-Tonner, fallen gelassen aus rund 25 Metern Höhe – etwa dem achten Stock eines Hochhauses. Diese Energie muss der Poller in Sekundenbruchteilen aufnehmen und in den Boden ableiten.

Der Poller vor dem Test, allein auf der Anfahrbahn. Was man sieht, sind 110 cm Edelstahl über dem Boden. Was man nicht sieht, entscheidet: 190 cm Einbautiefe im bewehrten Fundament.
Was beim Aufprall passiert ist
Der Poller stoppte den Lkw an der Linie. Statt durchzubrechen, wurde das Fahrzeug um den Fixpunkt herum zerlegt: Das Fahrerhaus scherte ab, der Aufbau knickte auf, der Motor wurde aus dem Rahmen gerissen. Struktur und Ladung gaben nach – nicht der Poller. Er stand nach dem Test noch dort, wo er vorher stand.

Der Moment des Aufpralls, festgehalten von der Highspeed-Kamera: Das Fahrerhaus knickt bereits ab, der Aufbau schiebt sich noch nach vorn.
Maßgeblich bei einem solchen Test ist die Eindringtiefe – also wie weit das Fahrzeug die Sperrlinie überhaupt noch überschreitet. Hier blieb das Fahrgestell am Poller stehen. Was über die Linie hinauskam, war das abgescherte Fahrerhaus, nicht der Lkw. Für den Schutz von Menschen hinter dem Poller ist genau das der entscheidende Unterschied.

Sekunden nach dem Aufprall: Der Aufbau steht schräg auf dem Rahmen, das Fahrerhaus liegt abgerissen daneben. Die Techniker von CTS beginnen mit der Vermessung.

Das Fahrerhaus nach dem Test: Motor, Getriebe und Kabine wurden aus dem Rahmen gerissen. So sieht es aus, wenn 3 Megajoule auf einen Fixpunkt treffen, der nicht nachgibt.
Warum ein einzelner Poller das aushält
Das Geheimnis steckt in der Konstruktion – und zu zwei Dritteln im Boden. Der Pollerkörper aus hochfestem Edelstahl V4A (1.4571) ist zusätzlich mit einem massiven Stahlkern aufgepanzert und misst 27 cm im Durchmesser. Über der Fahrbahn steht er 110 cm hoch, verankert ist er aber 190 cm tief. Diese fast zwei Meter Einbautiefe leiten das gewaltige Kippmoment aus dem Aufprall kontrolliert ins bewehrte Fundament ab. Das Fahrzeug verformt sich, der Poller bleibt stehen. Genau das trennt ein geprüftes Fahrzeug-Sperrsystem von einer rein optischen Abgrenzung.
- Durchmesser: 27 cm
- Höhe über Grund: 110 cm
- Einbautiefe: 190 cm im bewehrten Fundament
- Werkstoff: Edelstahl V4A (1.4571), seewasserbeständig
- Aufpanzerung: massiver Stahlkern
- Getestet mit: 12 t / 80 km/h ≈ 3 MJ Anprallenergie
- Prüfung und Messung: CTS Crashtest-Service, 9. Juni 2020 – Prüfbericht auf Anfrage
Nach dem Test: Sichern, bevor jemand darunter arbeitet
Ein Crashtest endet nicht mit dem Aufprall. Bevor Techniker an das Wrack und an den Poller herankommen, muss der zerstörte Lkw gesichert werden – ein aufgeknickter Aufbau auf einem verbogenen Rahmen kann jederzeit nachgeben. Ein wichtiger Schritt zum Sichern: Hier haben wir einen Hydraulikstempel eingesetzt, der den Aufbau abstützt, während der Stapler das Fahrgestell anhebt.

Die Bergung: Der Hydraulikstempel unter dem Rahmen sichert den Aufbau, der Stapler hebt das Fahrgestell an. Erst dann werden Poller und Fundament vermessen.
Was das für Sie bedeutet
Ob Fußgängerzone, Werkstor, Kritische Infrastruktur oder Veranstaltung: Ein einzelner, korrekt gegründeter Poller stoppt einen anfahrenden Lkw an genau der Stelle, an der Menschen geschützt werden müssen – und wirkt im Alltag dabei unauffällig und wertig. Dieser Test zeigt es unter maximaler Last.
Die getestete Ausführung ist unser Sicherheitspoller mit Stahlkern in der crashgeprüften Tiefgründung. Für Einfahrten, Stellplätze und Gewerbehöfe, an denen mit Pkw und Transportern zu rechnen ist, reicht in den allermeisten Fällen unser Absperrpoller in der 160-kg-Standardausführung. Welche Ausführung zu Ihrem Schutzbedarf passt, erklären wir auf der Seite Sicherheitspoller; die Grundlagen für Städte, Gemeinden und Veranstalter stehen in der Themenwelt Kommunaler Zufahrtsschutz, für Autohäuser und Einzelhandel in der Themenwelt Ramm-, Einbruch- und Diebstahlschutz.
Sie müssen eine Zufahrt gegen Lkw sichern?
Schicken Sie uns ein Foto oder einen Lageplan per WhatsApp an 0172 4544485 oder rufen Sie an unter 040 226390411. Wir sagen Ihnen, welche Ausführung und welche Gründung Ihr Standort braucht, und begleiten den Einbau. Alle Modelle finden Sie in der Übersicht versenkbare Poller aus Edelstahl V4A. Gefertigt wird bei uns in Seevetal bei Hamburg.




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