Kurz gesagt

  • Eine Polleranlage im Gewerbe braucht drei Sicherheitsfunktionen: eine Sicherheitsschleife direkt am Poller, die das Ausfahren blockiert, solange ein Fahrzeug darüber steht; eine Steuerung, die den Poller erst nach vollständiger Durchfahrt wieder hochfahren lässt; und ein eindeutiges Signal an den Fahrer – Ampel oder LED-Ring.
  • Die Induktionsschleife ist eine Drahtschleife im Fahrbahnbelag, die Fahrzeuge über die Änderung ihres Magnetfelds erkennt. Die Straßensteuerung von Braun Antriebe (2.150 €) enthält ein Schleifenmodul mit Richtungserkennung und 2 × 50 m Schleifenkabel.
  • Eine Edelstahl-Ampelsäule (1.350 € mit Rot, 1.450 € mit Rot und Grün, 3,00 m lang, 2,20 m sichtbar) ist Pflicht, sobald Gegenverkehr auf einer einspurigen Zufahrt oder eingeschränkte Sicht auf den Poller besteht.
  • Als Faustregel: bis zehn Durchfahrten am Tag mit festen Nutzern genügt die Funksteuerung (245 €) ohne Schleifen; ab mehr als zehn Durchfahrten oder wechselnden Nutzern ist die Straßensteuerung mit Schleifen und Ampel die richtige Wahl. Preise inkl. MwSt., Stand September 2026.

Ein pneumatisch versenkbarer Poller aus Edelstahl V4A wiegt in der Standardausführung rund 160 kg, fährt in 3 bis 10 Sekunden aus und drückt dabei mit etwa 450 kg nach oben. An einer privaten Einfahrt mit zwei Nutzern ist das unkritisch – jeder weiß, wann der Poller fährt. An einer Firmenzufahrt mit Lieferanten, Besuchern und Mitarbeitern, die in beide Richtungen fahren, muss die Anlage dagegen selbst wissen, wo sich gerade ein Fahrzeug befindet. Dieser Beitrag erklärt aus Sicht des Herstellers, welche Sicherheitstechnik dafür sorgt, dass ein Poller nie unter einem Fahrzeug hochfährt, welche Komponente welche Aufgabe hat und wann eine Ampel nötig ist. Er gehört zur Themenwelt Zufahrtsmanagement für Unternehmen und Immobilien; wie Sie den Betriebsablauf Ihrer Zufahrt davor klären, beschreibt der Beitrag Zufahrtskontrolle für Firmengelände richtig planen.

Warum braucht eine Polleranlage im Gewerbe überhaupt Sicherheitstechnik?

Weil an einer gewerblichen Zufahrt nicht mehr der Mensch, sondern die Anlage den Zeitpunkt des Hochfahrens bestimmt – und dafür wissen muss, ob die Durchfahrt frei ist. Bei einer Funksteuerung drückt der Fahrer, der Poller senkt sich, er fährt durch und drückt erneut oder der Poller fährt nach einer eingestellten Zeit hoch. Das funktioniert, solange derselbe Mensch beide Enden des Vorgangs kontrolliert. Sobald ein Lieferant hinter einem Mitarbeiter durchrollt, ein Besucher auf dem Poller anhält, um nach dem Weg zu fragen, oder zwei Handsender gleichzeitig gedrückt werden, fehlt dieser Kontrolle die Grundlage. Die Straßensteuerung fängt genau diese Bedienfehler ab: Mehrfachdrücken, unsynchronisierte Fernbedienungen und das verfrühte Hochfahren bei noch besetzter Durchfahrt.

Dazu kommt die Sichtbarkeit. Ein abgesenkter Poller schließt bündig mit dem Pflaster ab – das ist sein Vorteil gegenüber Schranke und Tor, aber auch der Grund, warum ein ortsfremder Fahrer ohne Signal nicht erkennt, ob die Zufahrt gerade gesperrt ist oder gleich gesperrt wird. Die Referenz Lieferwagen rammt Poller zeigt den Fall, in dem ein Fahrer mit Blick aufs Smartphone frontal auf einen ausgefahrenen Poller fuhr: Stoßfänger ab, Front verschoben, der Poller ohne Delle. Der Fall ist einer der Gründe, warum wir bei gewerblichen Zufahrten LED-Ring und Ampel zur Sicherheitstechnik zählen und nicht zur Ausstattung.

Wie verhindert die Anlage, dass ein Poller unter einem Fahrzeug hochfährt?

Durch eine Sicherheitsschleife unmittelbar am Poller: Solange ein Fahrzeug über dieser Induktionsschleife steht, gibt die Steuerung den Befehl zum Ausfahren nicht frei – egal, ob ein Zeitplan, ein Handsender oder die Kennzeichenkamera ihn auslöst. Erst wenn die Schleife wieder frei meldet, schaltet die Straßensteuerung die Ampel auf Rot und lässt den Poller hochfahren. In der Produktlogik unserer Straßensteuerung heißt das: Der Poller bleibt unten, bis das Fahrzeug die Durchfahrt vollständig passiert hat, und der gesamte Ablauf wird überwacht. Dass dabei keine Elektronik im Poller selbst sitzt, ist kein Nachteil, sondern Absicht – die Überwachung läuft im Steuerschrank, im Boden steckt nur der Edelstahlzylinder, der mit 8 bis 10 bar Druckluft bewegt wird.

So haben wir es in einer Berliner Wohnanlage gelöst, deren Durchfahrt zu den Bewohnerstellplätzen regelmäßig von Supermarktkunden zugeparkt wurde: Zwei Standardpoller je 160 kg sichern die überdachte Durchfahrt. Bewohner öffnen per Funksender, die Poller senken sich bereits bei Annäherung. Von innen erkennt eine Ausfahrschleife jedes Fahrzeug und senkt die Poller automatisch – Besucher müssen nichts bedienen. Eine zusätzliche Schleife verhindert, dass ein Poller hochfährt, solange ein Fahrzeug darüber steht; nach der Durchfahrt fahren die Poller innerhalb weniger Sekunden wieder aus. Das Projekt beschreibt die Referenz Supermarkt gegenüber: Stellplätze der Wohnanlage sichern.

Zwei ausgefahrene pneumatisch versenkbare Edelstahl-Poller V4A in der Durchfahrt einer Berliner Wohnanlage, im Hintergrund der Parkplatz eines Supermarkts
Wohnanlage in Berlin: Einfahrt per Funk, Ausfahrt per Induktionsschleife, Sicherheitsschleife gegen das Hochfahren unter einem Fahrzeug. Zwei pneumatisch versenkbare Poller von Braun Antriebe. Referenzprojekt.

Welche Induktionsschleifen gibt es – und wo werden sie verlegt?

Für eine Polleranlage werden zwei Schleifenfunktionen gebraucht: die Sicherheitsschleife am Poller und die Ausfahrschleife auf der Innenseite; mit zwei Schleifen hintereinander erkennt das Schleifenmodul der Straßensteuerung zusätzlich die Fahrtrichtung. Eine Induktionsschleife ist dabei nichts anderes als mehrere Windungen Kabel im Fahrbahnbelag, durch die ein schwacher Wechselstrom fließt; fährt eine Metallmasse darüber, verändert sich das Magnetfeld, und das Schleifenmodul meldet „Fahrzeug". Fußgänger, Laub oder Schnee lösen sie nicht aus – das unterscheidet sie von einer Lichtschranke, die jede Unterbrechung des Strahls meldet und deshalb an Zufahrten mit Fußgänger- und Radverkehr unnötig oft anspricht. Unsere Anlagen arbeiten deshalb mit Induktionsschleifen; Lichtschranken gehören nicht zu unserem Lieferprogramm.

Schleife Lage Aufgabe Was passiert, wenn sie belegt ist
Sicherheitsschleife unmittelbar am Poller, im Bereich der Durchfahrt Fahrzeug über dem Poller erkennen Ausfahren ist gesperrt, bis die Schleife frei ist
Ausfahrschleife innen, in Fahrtrichtung vor dem Poller ausfahrendes Fahrzeug erkennen Poller senkt sich automatisch, ohne Bedienung
Zwei Schleifen hintereinander innen und außen Fahrtrichtung bestimmen Steuerung unterscheidet Ein- und Ausfahrt, z. B. für die Ampellogik

Verlegt werden die Schleifen am besten vor dem Pflastern, zusammen mit dem Kabel- und Schlauchpaket des Pollers; nachträgliches Einschneiden in Asphalt oder Beton ist möglich, aber aufwendiger. Praxiswerte aus unseren Einbauten: Die Schleife liegt etwa einen halben Meter vor dem Poller, die Zuleitung wird mit etwa 20 Drehungen je Meter verdrillt, die Standardlänge bis zum Steuerschrank beträgt 15 m, darüber hinaus verwenden wir Outdoor-Netzwerkkabel bis maximal 50 m. Das Schleifenmodul mit 2 × 50 m Schleifenkabel gehört zum Lieferumfang der Straßensteuerung; einen separaten Schleifenartikel gibt es im Shop deshalb nicht. Wie Graben und Grube vorbereitet werden, steht im Beitrag Versenkbaren Poller einbauen.

Wann ist eine Ampelsäule nötig – und was zeigt sie an?

Eine Ampel ist nötig, sobald sich auf einer einspurigen Zufahrt Fahrzeuge begegnen können oder der Fahrer den Poller nicht rechtzeitig sieht – etwa hinter einer Kurve, einer Toreinfahrt oder bei Gegenlicht. Sie beantwortet dem Fahrer die eine Frage, die der bündig versenkte Poller nicht beantworten kann: Darf ich jetzt fahren? Grün bedeutet, der Poller ist unten und die Durchfahrt frei; Rot bedeutet gesperrt oder gleich gesperrt – die Straßensteuerung schaltet nach der Durchfahrt zuerst auf Rot und lässt den Poller erst danach hochfahren.

Unsere Edelstahl-Ampelsäule ist 3,00 m lang, davon stehen 2,20 m sichtbar über dem Boden und etwa 80 cm im Fundament. Sie besteht aus 3 mm Edelstahl, satiniert, und trägt wahlweise zwei rote LEDs (1.350 €) oder zwei rote und zwei grüne LEDs (1.450 €) mit je 15 W. Die Vier-LED-Variante ist für die Gegensignalsteuerung gedacht: Die Säule ist aus beiden Richtungen sichtbar und zeigt ein- und ausfahrenden Fahrzeugen jeweils ihre eigene Phase. Angesteuert wird sie über die Straßensteuerung, auf Wunsch auch über GSM, Induktionsschleife oder Funk. Konkrete Phasendauern legen wir je Anlage fest; eine Gelbphase wie im Straßenverkehr gibt es nicht, weil der Poller nicht losfährt, solange die Sicherheitsschleife belegt ist.

Was leisten LED-Ring und Blinklicht zusätzlich?

Der LED-Leuchtring im Pollerkopf macht den Poller selbst zum Signal: Er arbeitet mit 12 V, leuchtet in frei wählbarer Farbe und lässt sich per Bluetooth-App zwischen Dauerlicht, Drehlicht, Lauflicht und Blinklicht umschalten. Üblich ist Rot für gesperrt und Grün für frei, bei Nacht ist der rote Ring aus großer Entfernung sichtbar. Er ersetzt die Ampel nicht, weil er erst dann gut sichtbar ist, wenn der Poller bereits steht – aber er ist bei jedem Standardpoller im Lieferumfang und für Zufahrten ohne Gegenverkehr oft das einzige Signal, das gebraucht wird. Die Straßensteuerung hat zusätzlich eigene Ausgänge für Blinklicht, LED-Warnleuchten, Signalgeber und die 12-V-Lichtsteuerung der Pollerbeleuchtung, sodass sich zum Beispiel ein Blinklicht während der Fahrbewegung schalten lässt.

In unserer Referenz auf einem Lidl-Parkplatz sind drei nachgerüstete Poller vor dem Schiebetor mit umlaufender LED-Beleuchtung ausgestattet, damit sie in der Dämmerung für Kunden erkennbar sind; die Poller fahren vor der Anlieferung hoch, schaffen so eine Wendefläche für den Lkw und senken sich danach wieder bündig ab.

Welche Steuerung verbindet Schleifen, Ampel und Poller?

Die Straßensteuerung mit Loxone-Miniserver für 2.150 € ist die Zentrale, an der alle Sicherheitskomponenten zusammenlaufen – eine Funksteuerung für 245 € kann das nicht, sie ist ausdrücklich nicht für Induktionsschleifen oder Radarsensoren vorgesehen. Im Hutschienen-Gehäuse der Straßensteuerung sitzen ein vorkonfigurierter Loxone Miniserver Gen 2, das Schleifenmodul mit Richtungserkennung und 2 × 50 m Schleifenkabel, Anschlüsse für Ampel (Rot/Grün), LED-Warnleuchten, Blinklicht, Signalgeber, Schalter und Taster, Fingerprint, Kennzeichenerkennung und ein Feuerwehr-Signal, dazu ein 868-MHz-Funkempfänger mit Außenantenne und 5 m Kabel für bis zu 100 m Reichweite. Versorgt wird sie mit 230 V, die Netzteile für 12 V und 24 V sind integriert; das Gehäuse misst etwa 30 × 35 × 15 cm und wiegt rund 5 kg.

Komponente Aufgabe in der Sicherheitskette Preis inkl. MwSt. (Stand 09/2026) Sinnvoll ab
Straßensteuerung mit Loxone-Miniserver Überwacht den Ablauf, hält den Poller unten bis zur vollständigen Durchfahrt, schaltet Ampel und Licht 2.150 € mehr als 10 Durchfahrten/Tag oder wechselnde Nutzer
Schleifenmodul mit 2 × 50 m Kabel Sicherheitsschleife, Ausfahrschleife, Richtungserkennung im Lieferumfang der Straßensteuerung jede Anlage mit automatischem Hochfahren
Edelstahl-Ampelsäule Eindeutiges Fahrsignal, Gegenverkehr koordinieren 1.350 € (Rot) / 1.450 € (Rot + Grün) einspurige Zufahrt, eingeschränkte Sicht
LED-Leuchtring im Pollerkopf Poller bei Dunkelheit sichtbar machen, Status anzeigen im Lieferumfang des Standardpollers jede Zufahrt
Kennzeichenerkennung Berechtigung ohne Handsender prüfen, Signal an die Straßensteuerung 1.950 € viele wechselnde, aber registrierte Fahrzeuge
Kompakte Funksteuerung Öffnen per Handsender, ohne Schleifen 245 € (Handsender 29,50 €) bis 10 Durchfahrten/Tag mit festen Nutzern

Die Straßensteuerung spricht über LAN, KNX, Web und App mit vorhandener Gebäudetechnik und Leitstellen; per Fernzugriff können wir Fehler in Echtzeit auslesen, Zeitpläne ändern und Updates einspielen, ohne anzureisen. Einen vollständigen Überblick über die Bedienarten gibt der Beitrag Poller-Steuerung: Funk, GSM, Kennzeichenerkennung oder Smart Home?; was bei der Kennzeichenerkennung datenschutzrechtlich zu beachten ist, erklärt der Beitrag Kennzeichenerkennung an der Zufahrt und DSGVO. Für die Installation von Straßensteuerung, Schleifen, Ampel und Kamera rechnen wir mit einem Arbeitstag plus Netzwerkanschluss; der 230-V-Anschluss ist Sache einer Elektrofachkraft.

Baustelle vor dem Pflastern: Schleifenkabel einer Induktionsschleife im Sandbett rund um die Fahrbahnfläche, daneben der bündige Deckel eines pneumatisch versenkbaren Edelstahl-Pollers
Vor dem Pflastern: Das Schleifenkabel liegt im Sandbett um die spätere Fahrbahnfläche, links unten der bündige Pollerdeckel. Einbau einer Polleranlage mit Straßensteuerung von Braun Antriebe.

Wie läuft eine gesicherte Durchfahrt Schritt für Schritt ab?

Eine Durchfahrt an einer Anlage mit Straßensteuerung, Schleifen und Ampel läuft in sechs Schritten ab, von denen der Fahrer nur zwei bemerkt: das Öffnen und das Grünsignal.

  1. Ruhezustand: Der Poller ist ausgefahren, die Ampel zeigt Rot, der LED-Ring leuchtet rot.
  2. Auslösung: Ein Handsender, ein Anruf am GSM-Modul, ein Treffer der Kennzeichenkamera, ein Zeitplan oder – bei der Ausfahrt – die Ausfahrschleife gibt den Befehl an die Straßensteuerung.
  3. Absenken: Der Poller fährt in der eingestellten Hubzeit von 3 bis 10 Sekunden nach unten; sobald er unten ist, schaltet die Ampel auf Grün.
  4. Durchfahrt: Das Fahrzeug rollt über die Sicherheitsschleife. Solange sie belegt ist, kann kein Befehl den Poller ausfahren lassen – auch kein zweiter Handsender und kein ablaufender Zeitplan.
  5. Freigabe: Die Schleife meldet frei, die Steuerung schaltet die Ampel auf Rot.
  6. Hochfahren: Der Poller fährt aus und verriegelt oben mechanisch; der Kompressor läuft etwa 30 Sekunden nach und schaltet ab.

Bei Gegenverkehr kommt die Richtungserkennung dazu: Erkennt das Schleifenmodul ein ausfahrendes Fahrzeug, kann die Steuerung die Ampel für die Einfahrtsseite auf Rot halten, bis die Durchfahrt wieder frei ist. Die Ausfahrt braucht dabei keine Berechtigung – wer drinnen ist, darf raus, deshalb genügt hier die Schleife.

Was passiert bei Stromausfall, Kompressorausfall oder Feuerwehreinsatz?

Das Verhalten bei Stromausfall legt der Betreiber vorher am Ventil fest: Entweder senkt sich der Poller und gibt die Zufahrt frei, oder er bleibt oben und hält sie gesperrt. Welche Einstellung richtig ist, hängt vom Schutzziel ab – eine Feuerwehrzufahrt wird in der Regel auf „frei" gestellt, ein Diebstahlschutz auf „gesperrt". Ein oben verriegelter Poller lässt sich nicht herunterdrücken und bleibt auch bei durchtrennter Luftleitung oben; entriegelt wird er mit einem kurzen Druckluftstoß, angehoben wird er jederzeit, sobald Spannung am Ventil und 8 bis 10 bar anliegen. Weil im Poller keine Elektronik, keine Batterie und kein Endschalter sitzen, muss nach einem Ausfall nichts neu eingelernt werden.

Fällt der Kompressor aus, bleibt ein ausgefahrener Poller mit Höhensicherung oben verriegelt; der Kompressor wird per Schnellkupplung in wenigen Minuten getauscht, Ersatz kostet rund 180 bis 195 € und kommt per Express. Für Zufahrten, die nicht stillstehen dürfen, empfehlen wir zwei bis drei Kompressoren im Synchronbetrieb, und wer eine Werkstatt mit Druckluftnetz hat, kann den Poller übergangsweise daraus versorgen. Für Rettungsdienste hat die Straßensteuerung einen eigenen Anschluss für ein Feuerwehr-Signal und lässt sich an Leitstellen anbinden – an der Großen Freiheit in Hamburg-St. Pauli steuert die Davidwache sechs Poller gemeinsam oder einzeln, damit Einsatzfahrzeuge jederzeit durchkommen. Mehr zu Ausfallstrategien steht in der FAQ zu versenkbaren Pollern.

Wie sieht das an realen Zufahrten aus?

Drei unserer Projekte zeigen drei Stufen von Sicherheitstechnik. Die Berliner Wohnanlage arbeitet mit Funk für die Einfahrt, Ausfahrschleife und Sicherheitsschleife – ohne Ampel, weil die Durchfahrt übersichtlich ist. Am Hamburger Rathaus übernimmt ein Loxone-Miniserver Steuerung und Überwachung der pneumatischen Poller, die per Knopfdruck abgesenkt werden; der Pollerkopf trägt das eingefräste Hamburger Wappen, und der Werkstoff V4A widersteht Streusalz und Graffiti. An der Großen Freiheit schützen sechs Poller die Partymeile täglich von 20 bis 6 Uhr, tagsüber sind sie für Lieferverkehr und Handwerker abgesenkt; jedes Ausfahren verriegelt mechanisch, gelöst wird nur durch kontrolliertes Absenken aus der Leitstelle.

Pollerkopf eines pneumatisch versenkbaren Edelstahl-Pollers V4A mit eingefrästem Hamburger Wappen und rotem Reflektorstreifen am Hamburger Rathaus
Pollerkopf am Hamburger Rathaus: eingefrästes Wappen, roter Reflektorstreifen für die Sichtbarkeit, Steuerung und Überwachung über Loxone-Miniserver. Referenzprojekt Braun Antriebe, Seevetal bei Hamburg.
Checkliste: Sicherheitstechnik für eine gewerbliche Polleranlage planen
  • Durchfahrten pro Tag geschätzt? Mehr als zehn oder wechselnde Nutzer → Straßensteuerung statt Funk
  • Sicherheitsschleife direkt am Poller eingeplant, damit nichts hochfährt, solange ein Fahrzeug darüber steht?
  • Ausfahrschleife innen vorgesehen, damit die Ausfahrt ohne Bedienung funktioniert?
  • Einspurig mit Gegenverkehr oder schlechte Sicht auf den Poller? → Ampelsäule mit Rot und Grün (1.450 €)
  • LED-Ring im Pollerkopf auf Rot/Grün konfiguriert, Blinklicht während der Fahrt gewünscht?
  • Schleifen vor dem Pflastern verlegt, Kabel bis 15 m Standard, darüber Outdoor-Netzwerkkabel bis 50 m?
  • Verhalten bei Stromausfall festgelegt: frei (Feuerwehr) oder gesperrt (Diebstahlschutz)?
  • Feuerwehr-Signal, Leitstelle oder KNX/LAN-Anbindung an der Straßensteuerung berücksichtigt?
  • Zweiter Kompressor für Anlagen, die nicht stillstehen dürfen?
  • Hinweisschild und Datenschutz geklärt, falls eine Kennzeichenerkennung dazukommt?

Häufige Fragen zu Induktionsschleife, Ampel und Sicherheit an der Polleranlage

Kann ein Poller unter einem stehenden Fahrzeug hochfahren?

Nicht bei einer Anlage mit Sicherheitsschleife: Solange ein Fahrzeug über der Induktionsschleife am Poller steht, gibt die Straßensteuerung den Befehl zum Ausfahren nicht frei – auch nicht bei Zeitplan, Handsender oder Kennzeichenkamera. Erst wenn die Schleife frei meldet, schaltet die Ampel auf Rot und der Poller fährt hoch.

Was ist eine Induktionsschleife und wie erkennt sie ein Fahrzeug?

Eine Drahtschleife im Fahrbahnbelag, die ein Fahrzeug an der Änderung des Magnetfelds erkennt. Sie reagiert auf Metallmassen, nicht auf Fußgänger, Laub oder Schnee. Das Schleifenmodul mit 2 × 50 m Kabel gehört zum Lieferumfang der Straßensteuerung von Braun Antriebe.

Brauche ich eine Ampel an meiner Polleranlage?

Ja, wenn sich auf einer einspurigen Zufahrt Fahrzeuge begegnen können oder der Poller nicht rechtzeitig zu sehen ist. Die Edelstahl-Ampelsäule kostet 1.350 € mit Rot und 1.450 € mit Rot und Grün, ist 3,00 m lang und steht 2,20 m sichtbar über dem Boden.

Reicht die Funksteuerung für ein Firmengelände?

Nur bis etwa zehn Durchfahrten am Tag mit festen Nutzern. Die Funksteuerung (245 €) ist nicht für Induktionsschleifen oder Radarsensoren vorgesehen; ab mehr Verkehr oder wechselnden Nutzern ist die Straßensteuerung (2.150 €) mit Schleifen und Ampel die richtige Wahl.

Wie schnell fährt der Poller nach der Durchfahrt wieder hoch?

Innerhalb weniger Sekunden, nachdem die Sicherheitsschleife frei gemeldet und die Ampel auf Rot geschaltet hat. Die Hubzeit selbst ist zwischen 3 und 10 Sekunden einstellbar.

Was passiert mit der Sicherheitstechnik bei Stromausfall?

Der Poller verhält sich so, wie es am Ventil eingestellt ist: Er senkt sich und gibt die Zufahrt frei oder bleibt oben verriegelt. Im Poller sitzt keine Elektronik, deshalb muss nach dem Ausfall nichts neu eingelernt werden.

Können Schleifen nachträglich eingebaut werden?

Ja. Am einfachsten ist die Verlegung vor dem Pflastern zusammen mit dem Kabel- und Schlauchpaket; nachträglich werden die Schleifen in Asphalt oder Beton eingeschnitten, was aufwendiger ist.

Das Wichtigste in drei Sätzen

Eine gewerbliche Polleranlage ist sicher, wenn eine Induktionsschleife direkt am Poller das Ausfahren blockiert, solange ein Fahrzeug darüber steht, eine Ausfahrschleife die Ausfahrt ohne Bedienung öffnet und die Straßensteuerung den Poller erst nach vollständiger Durchfahrt und nach dem Umschalten der Ampel auf Rot wieder hochfahren lässt – alles überwacht im Steuerschrank, während im Boden nur der Edelstahlzylinder des pneumatisch versenkbaren Pollers aus Edelstahl V4A steckt. Die Straßensteuerung mit Loxone-Miniserver von Braun Antriebe kostet 2.150 € inklusive Schleifenmodul mit 2 × 50 m Kabel, die Edelstahl-Ampelsäule 1.350 € mit Rot oder 1.450 € mit Rot und Grün, und sie sind ab mehr als zehn Durchfahrten am Tag oder bei wechselnden Nutzern die richtige Wahl, während bis zehn Durchfahrten mit festen Nutzern die Funksteuerung für 245 € genügt. Braun Antriebe fertigt Poller und Steuerungstechnik in Seevetal bei Hamburg, hat Zufahrten in einer Berliner Wohnanlage, am Hamburger Rathaus und an der Großen Freiheit mit genau dieser Sicherheitskette ausgerüstet und betreut die Straßensteuerung auf Wunsch per Fernzugriff; die Preise in diesem Beitrag sind unsere Listenpreise vom September 2026.

Alle Poller, Steuerungen, Ampelsäulen und Kompressoren finden Sie in der Kollektion Edelstahl-Poller V4A; welcher Poller welchen Anprall aushält, erklärt die Seite Sicherheitspoller.

Sie planen eine Zufahrt mit Lieferverkehr, Besuchern und Gegenverkehr? Schicken Sie uns eine Skizze oder ein Foto mit der geschätzten Zahl der Durchfahrten – wir sagen Ihnen, wo Schleifen und Ampel sitzen müssen und ob die Straßensteuerung die richtige Wahl ist.

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